Hallo Leute, ich will euch heute mal den Werdegang einer Idee zu einem funktionierenden Gerät KURZ erklären. Das Projekt heißt Crazy Diversity und hat eine recht hohe Entwicklungszeit hinter sich.
Werdegang des Projekts:
Version 1
- Master-Slave-Funktion mit bis zu 8 Empfängern und offenem Protokoll
- Kommunikation via SIO
- Ein Prozessor je 2 Empfängern
- Syncauswertung und RSSI
Version 2
- Nur noch ein Hauptprozessor
- Sync und RSSI
Version 3
- Akkuüberwachung
- RSSI und SYNC
- SIO-Logfunktion
- HF-dichtes Gehäuse
Version 4
- Akkuüberwachung
- Lipolader integriert
- RSSI und Gesamt-SYNC
- Gehäuse aus schlagzähem POM
- Lüfter zur Abwärmeabfuhr
- Low-Noise-Schaltregler und EMV-Filter
Ich berichte euch nun über die Entstehung der Version 4. Diese wird, bis auf den Lipolader, den Endzustand darstellen.
1. Planung
Das System soll von einem 2200 mAh 2S Akku versorgt werden. Dieser versorgt das Diversity und die Videobrille. Über einen Traco-Regler wird die Spannung auf 5V heruntergeregelt. Ein LC-Filter beseitigt den Spannungsripple des Reglers. Als Hauptprozessor dient ein Atmega328 im TQFP-Gehäuse. Dieser steuert die Funkmodule an, die über einen I2C-Portexpander verbunden sind. Die Funkmodule sollen auf externen Platinen verbaut werden, um auch auf andere Module umstellen zu können. Die Videoleitung aller Funkmodule wird von einem Syncseparator ausgewertet und dann an einen Videoverstärker weitergegeben.
2. Platinendesign
Die Platine wurde in Eagle5 designt und mithilfe von Inventor auf die mechanische Machbarkeit überprüft. Die Dauer dieses Vorgangs betrug ca. 20-30 Stunden. Danach wurden die Daten an einen Leiterplattenfertiger meines Vertrauens übergeben und ich durfte erstmal auf die Platinen warten.
3. Design des Diversity-Gehäuses
Das Gehäuse soll „aus dem Vollen“ gefräst werden, da jedes andere Gehäuse auf dem Markt zu groß wäre. Da ich noch gut an die Elektronik herankommen will, habe ich mich entschieden, das Gehäuse aus 2 Teilen zu bauen. Das Gehäuse soll zudem auf dem Autodach befestigbar sein. Dazu habe ich 4 Gewinde in der Rückseite des Gehäuses vorgesehen.
Hier sieht man die obere Gehäuseschale mit dem Lüftergitter und den 2 Lipotaschen an den Außenseiten. Der obere Teil kann, insofern man ein 4-fach Diversity in der Software einstellt, eine zweite Empfängerplatine beherbergen. Am Boden sind 4 Gewindebohrungen zur Befestigung vorgesehen. Die Rundungen sind auf einen 2mm Fräser ausgelegt.
Das untere Gehäuseteil hat einen Ausbruch für das LCD und das Scrollrad. Zudem hat es wieder die 2 Lipotaschen an den Gehäusen. Die Einschnitte an den Lipotaschen nehmen später einen GFK-Halter für die Empfängerplatinen auf.
Hier sieht man das zusammengebaute Gehäuse. Die Platinen wurden schnell mal eben „quick and dirty“ nachgezeichnet (das Graue 😉 ) . Die Steckung passt gut ineinander und alles hat recht gut Platz im Gehäuse.
Der ganze Entwurf des Gehäuses hat mich wieder ca. 20 Stunden gekostet. Die Umwandlung in G-Code auch nochmal 4 Stunden.
3. Gehäusefertigung und Zusammenbau
Das Gehäuse wurde aus 25mm POM mit einem 2mm Fräser gefräst….also knapp 3 Stunden Bearbeitungszeit (inkl. Werkzeugwechsel) pro Teil. NIE WIEDER 😀 . Spätestens nach 2 Stunden hört man durch den Krach schon Stimmen 😉 .
Im Bild unten sieht man beide Gehäusehälften nach erfolgreicher Bearbeitung.
So, nun musste die Elektronik eingebaut werden. Dazu wurde zuerst die Hauptplatine verschraubt. Ein zuvor gefrästes LCD-Schutzglas wurde zwischen LCD und Gehäuse geklebt.
Danach wurde der GFK-Abstandshalter eingeklebt und mit Schaumklebeband versehen. Danach wurde das Funkmodul mit Fädeldraht verlötet. Nun wird das Funkmodul eingesetzt und an den SMA-Buchsen verschraubt.
Durch das Spiegelklebeband ist es mechanisch gegen „Schwingen“ im Gehäuse und damit gegen gebrochene Lötstellen an den SMA-Buchsen geschützt.
Sooo, nun werden die Akkus eingesetzt und verlötet
TO BE CONTINUED……OR NOT…. 😉
Ich habe das Ding komplett zusammengebaut und eine wunderschöne Software geschrieben. Nun… ich hatte bei den ersten Funktionstests schon MASSIVE Reichweitenprobleme. Nachdem Vergleichsmessungen durchgeführt wurden, hat sich die Situation bestätigt. Die neuen Boscam RX5808 sind unempfindlicher als die alten.
Empfänger RC305 (3 Jahre alt): 1,5 km Reichweite
Crazydiversity (Modul 2 Monate alt): 600 m Reichweite
Ich werde nun schweren Herzens nochmal neue Module testen. Dieses Mal nicht direkt von Boscam, sondern von irgendeinem Hinterhofshop, um eventuell alte Module zu bekommen. Wenn all das nicht funktioniert, ist das Projekt beendet, und ich steige auf 2,4 GHz Videolink um.











