DIY Baumarkt Landegestell für Copter aus Alurohr

von Benjamin
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Hi, ich möchte euch heute meinen Weg zum von mir „entwickelten“ DIY Baumarkt Alurohr-Landegestell zeigen. Alles fing damit an, dass ich mir einen Tricopter baute und irgendwie unten drunter etwas Platz benötigte, um z.B. den Akku nicht einfach so drunterzuhängen. Da mir alle Lösungen, die ich so gesehen hab, nicht zusagten, bei denen einfach nur ein Stück GFK an die Ausleger geschnallt war, überlegte ich, wie ich mir selbst ein Landegestell bauen kann.

Klar war von Beginn an, dass es aus Alurohren gemacht werden soll, da es diese schon günstig gibt und auch schnell zu bekommen sind.

Gibt es in jedem Baumarkt, den ich bis jetzt betreten habe 🙂

Die Überlegung

Tja, wie nun die Rohre verbinden? Das war wohl die komplizierteste Frage von allen.

Anfangs überlegte ich, die Rohre auf Gehrung zu sägen und sie dann mit 5-Minuten-Epoxi und Drahtgeflecht zu verkleben. Das Ergebnis war allerdings alles andere als elegant, wie man gut auf den folgenden Fotos sieht.

DIY Baumarkt Landegestell

DIY Baumarkt Landegestell

DIY Baumarkt Landegestell

DIY Baumarkt Landegestell

Also, irgendwie anders muss es noch funktionieren.

Um die Anzahl der auszuführenden Schnitte zu reduzieren und die Genauigkeit zu erhöhen, hab ich begonnen, die Alurohre zu biegen. Doch jeder, der schon mal versuchte, ein Rohr zu biegen, kennt mit Sicherheit das Problem, dass die gern mal einknicken. Und die Rohre mit Sand zu befüllen, wollte ich damals auch nicht in meinem „Kinderzimmer“.

Ich hab es dann so gemacht, dass ich die Rohre um einen Gegenstand (in meinem Falle eine dickwandige Glasflasche) mit höchster Gewalt drum herum gezogen hab, sodass das Rohr zu jeder Zeit an der Flasche anliegt. Dabei ist wichtig, dass man an beiden Enden des Rohres ordentlich Zug ausübt, da es sonst wieder knicken würde.

Mit größeren Radien >50 mm funktioniert das einwandfrei. Alles unter 50 mm wird kompliziert und <10 mm fast unmöglich.

Einzelteile des DIY Landegestells:

Einzelteile perfekt gebogen

Einzelteile perfekt gebogen

Die Landekufen hab ich aus einem langen Rohr gemacht, welches ich mittig um 180° um eine Flasche gezogen habe. Nach dem Biegen hab ich sie mittig auseinandergeschnitten und auf Länge gebracht.

Die beiden U-förmigen Beine hab ich mir auch erst gebogen und dann auf Maß gebracht. Das kann ich auch nur jedem weiterempfehlen, da man sonst endlos viele Versuche braucht, um zwei identische Teile zu bekommen.

Dann lediglich noch die Mittelstege auf Länge bringen, und fertig sind die Einzelteile… naja, fast. Steht immer noch die Frage im Raum, wie man die Rohre nun verbindet.

Die Verbindungen

Also wieder ab in den Baumarkt. Nach stundenlanger Suche nach irgendwas, woraus man eine Verbindung bauen kann, bin ich in der Gartenabteilung, genauer gesagt in der Teichpumpen-Abteilung, fündig geworden.

Kleine T-Verbinder aus Kunststoff, die für Sauerstoff-Zuleitungen oder kleine Springbrunnen gedacht sind, schienen mir perfekt. Also einfach mal ein paar geschnappt und ab zur Rohr-Abteilung geflitzt, um zu prüfen, ob es passt. Wie sollte es auch anders sein, die Rohre passen perfekt ohne jegliches Spiel in die T-Verbinder.

T-Verbinder

T-Verbinder

T-Verbindung für das Alurohr

T-Verbindung für das Alurohr

Erster Test:

Zuhause angekommen musste ich gleich mal alles provisorisch zusammenstecken. Ein Traum! 😀

Pefekt gebogen

Pefekt gebogen

Alles noch etwas schief, aber das wird noch.

Da die T-Verbinder mit den Rillen noch etwas bescheiden aussehen, hab ich mich noch dazu entschlossen, die Erhöhungen draußen wegzudremeln, was zugegeben eine Riesen-Sauerei ist, weil das Zeug ganz schön Staub macht.

Aber das Ergebnis spricht für sich 😉

T-Verbinder bearbeitet

T-Verbinder bearbeitet

Also alles fertig soweit und einmal zusammengesteckt. Gefällt mir soweit ganz gut. Zur Sicherheit hab ich an jede Verbindung noch etwas Holzleim geschmiert. Ja wirklich Holzleim, ich liebe das Zeug. 😉

Zwischen den Mittelstegen hab ich aus PVC-Hartschaumplatte noch ein Podest gebaut, wo dann der Akku und Lipowarner draufbefestigt wird.

Am Copter wird das gute Stück mit Hilfe von Kabelbindern befestigt, so kann man es auch mal woanders dranschnallen. Im Falle, dass es eine V2 davon gibt, werd ich noch zwischen die Landekufen eine Querverstrebung bauen, da die Beine bei einer harten Landung eventuell nach außen weggebogen werden könnten. Zur schnellen Abhilfe hab ich zwischen die Kufen einfach etwas dicken Garn gespannt und diesen dann noch mit Holzleim wetterfest gemacht. Wieder Holzleim 😉

Fertig und mit Holzleim gesichertes Alurohr-Landegestell:

Sieht gut aus

Sieht gut aus

Fertig zusammengebautes Landegestell

Fertig zusammengebautes Landegestell

Fertig montiert wiegt das gute Stück 87 g inklusive Podest und Klettverschluss 😉 Es ist 170 mm hoch, 220 mm breit und 280 mm lang. Das Podest liegt in 120 mm Höhe und bietet 120 mm x 100 mm Platz.

Benötigt habe ich 1500 mm eloxiertes 6 mm Alurohr und 8 T-Verbinder. Der Gesamtpreis lag so in etwa bei 7 €. Die Hartschaumplatte hatte ich noch von vorangegangenen Basteleien rumliegen. Die T-Verbinder hab ich auch bei eBay gefunden.

Ich hoffe, ich konnte den einen oder anderen zum Nachbau anregen. Genaue Maße habe ich bewusst nicht genannt, weil: Erstens, das Projekt schon ein paar Monate zuvor beendet wurde, und weil zweitens sich jeder auf seine Wunschgröße anpassen soll. So bleibt alles individuell, sonst könnte man es ja auch gleich kaufen 😉

Viel Spaß beim Nachbauen,

Euer Hannes.

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