Nachdem mein Urlaubscopter schon auf dem Weg nach Norwegen in der Luft den Dienst quittiert und sich die Alu-Ausleger zerlegt hatten, kam die Idee zu einem extrem robusten und kompakten Frame aus Carbon auf, den ich im Backofen zusammenklebte.
Erste Ideen mit Alu und Carbon waren durch die Schraubverbindungen zum Teil jedoch zu schwer oder zu klobig. Außerdem waren sie sehr kompliziert, was die Verteilung der Elektronik anging. Also wurde die Idee vorübergehend auf Eis gelegt.
Als ich aber den Bericht von der-Frickler zu seinem Ultraleicht-Gimbal-Copter gesehen habe, war ich von seinem Design bzw. von den verwendeten Materialien sofort begeistert. Nach kurzer Recherche im Netz war auch ein Klebstoff gefunden, der meinen Ansprüchen genügte: Uhu Endfest 300
Eckdaten des Copters
- Als FC hatte ich noch eine kleine Multiwii von Amazon mit aufgelötetem Orange-Empfänger (war mal kurze Zeit in meinem Knurrri)
- Die Regler waren ursprünglich so 4€ 10A Regler aus China; mit größerem Elko am Eingang werden sie selbst beim Bolzen nur handwarm. Da ich sie aus Versehen totgeflasht habe, bin ich auf Turnigy Plush 10A umgestiegen, die mit BL-Heli geflasht sind.
- Motoren habe ich auf die Banggood RCX Klone (ZMR 1804) zurückgegriffen, da bei diesen die Magnete mit dem Gehäuse besser verklebt sind und sich bei einem leichten Crash nicht gleich lösen.
- Die Motorträger hat mir TYR1947 aus der FPVC aus 4-mm-Carbon gefräst.
- Der Rahmen besteht aus 12-mm-Carbonrohren.
- Propeller sind die Flyduino 5″ HQ Props.
- Als Kamera dient eine 7-€-Schlüsselloch-Kamera von Amazon, bei der ich den Festspannungsregler abgelötet und gebrückt habe, damit sie mit den 3,3V des Videosenders läuft
- Sender ist ein Boscam 20mW Modul mit aufgelöteten DIP-Schaltern
- Spannungsversorgung für den Sender ist ein billiges 2-€-Spannungswandler-Modul (ich habe es am Netzteil genau auf 3,3V eingestellt und dann das Poti mit Epoxidharz verklebt und nach dem Verlöten im Modell mit Plastidip vor Feuchtigkeit geschützt, da sie sehr empfindlich auf Feuchtigkeit reagieren und im schlimmsten Fall die Eingangsspannung durchschalten und somit den Videosender grillen…)
Vorbereitung des Carbon Copters
Von dem Carbonrohr habe ich dann erstmal zwei 19 cm lange Stücke abgeschnitten und mittig mit 2 Kerben versehen, damit die Rohre sauber miteinander verbunden werden können. Das Ganze dann erstmals rechtwinklig ausgerichtet und mit Sekundenkleber fixiert. Das Carbonrohr habe ich vorher an den Stellen, an denen ich sie später mit den Carbonfasern umwickeln will, mit Nassschleifpapier aufgeraut.
Auch die Enden des Carbonrohrs habe ich aufgeraut, da die Motorhalter nur eingeklebt sind, hatte ich die Befürchtung, dass sich bei einem Absturz das Carbonrohr aufgehebelt wird. Sie werden ebenfalls durch Wickeln verstärkt.
10 Minuten bei 100 °C
Nachdem ich den Frame sauber mit Carbonfasern gewickelt hatte, ging es erstmal für 10 Minuten bei 100 °C in den Backofen. Das Ergebnis sieht dann so aus
Für meinen ersten „Gebackenen“ Frame fand ich das Ergebnis extrem gut :-). Auch mit dem Gewicht lässt es sich leben
Nachdem der Frame etwas ausgekühlt war, habe ich angefangen, die Motoren festzuschrauben. Alle Motorschrauben sind mit einem Klecks Locktide gesichert.
Nun habe ich noch die 10-A-Billigregler mit einem größeren Elko versehen, damit laufen sie um einiges ruhiger und vor allem auch sauberer.
Zu guter Letzt ging es noch an das FPV-Equipment. Hierzu habe ich einfach ein Boscam Sendemodul mit einem kleinen DC/DC-Wandler versehen. Als Cam dient eine 1-g-Cam aus China. Zu der Cam muss ich sagen, dass ich extrem überrascht war von der Qualität! Das Bild ist echt sauber, auch die Farben sind gut und kräftig. Nur der beschränkte Blickwinkel stört mich zurzeit noch, hier werde ich vermutlich mit einem billigen Weitwinkelobjektiv nachbessern :-).
Die Stummelantenne habe ich inzwischen auch gegen eine billige Cloverleaf-Antenne getauscht, da die Reichweite sonst extrem beschränkt war.
Fertig
Zum Abschluss hier noch ein Bild mit fertiger FPV-Ausstattung :-). Zum Größenvergleich neben meine DX6i gelegt.
Zubehör des Copters
Im Moment fliege ich ihn noch mit 2S, 3S sind auch möglich, aber das ist mir im Moment zu krass, da er schon mit den 2S bei ca. 35 % Gas schwebt. Energiereserven hat er noch genügend :-).
Inzwischen hat er auch schon einige Abstürze hinter sich. Die schwerste Beschädigung war ein herausgebrochener Motorhalter; hier ist jedoch nur das Harz, mit dem der Halter verklebt wurde, gebrochen und war innerhalb einer halben Stunde repariert.
Hier noch ein paar Aufnahmen – leider nur FPV und vom Groundrecorder (daher nicht die beste Qualität, aber es reicht, um ein paar Eindrücke des Copters zu bekommen ;-)).









