Bevor ich hier mit dem Baubericht des OpenLRS Bonsai Nuri beginne, will ich erst mal die Frage nach dem **WARUM** klären :-D. In der Planungs- und Bauphase wurde ich eigentlich regelmäßig gefragt, warum zur Hölle ich gerade einen Bonsai mit seinen 60 cm Spannweite mit OpenLRS und 2,4 GHz Video Downlink ausstatten will… Naja, um ehrlich zu sein, hat mich diese Frage am Anfang auch eine ganze Weile beschäftigt. Aber die Gründe sind eigentlich recht simpel…
Grund 1:
Je kleiner der Copter/Flieger, desto eher will man irgendwo durch- oder vorbeifliegen (Parkhaus, Wald, Abrissgebäude), und das ist mit 5,8 GHz Video eigentlich nur mit relativ hohen Sendeleistungen problemlos möglich. Gerade bei Fliegern, da hier eine Mindestgeschwindigkeit benötigt wird, um in der Luft zu bleiben. Genauso kann man nicht einfach mal kurz stehen bleiben, wenn das Bild schlechter wird oder gar weg ist. Rückwärtsfliegen ist in vielen Situationen auch nicht einfach so möglich. Hohe Sendeleistungen bedeuten immer ein großes Plus an Gewicht, und das ist bei 60 cm Spannweite einfach nicht drin.
Grund 2:
Dank Flos Micro UHF Empfänger ist es ein Kinderspiel, solch ein Projekt umzusetzen.
Grund 3:
Dank der Micro 2,4 GHz Sender ist es problemlos möglich, auch das nötige Videoequipment einzusetzen.
Grund 4:
Ich muss nicht mit der ganz großen Sendeleistungskeule durch die Gegend fliegen.
Grund 5:
Weil mich klein/leicht/frimelig schon immer interessiert hat.
Bauteileübersicht:
- Hobbyking Bonsai 600mm EPP Wing (UK Warenhaus)
- Turnigy Plus 6A Brushless ESC (UK Warenhaus)
- Turnigy Aerodrive SK3 – 2118-3100kv Brushless Outrunner Motor (UK Warehouse)
- 2x Turnigy 1370A Servo 3.7g/0.4kg/.10sec (UK Warehouse)
- HK E-OSD mit geänderter Firmware (EU-Warenhaus) (dazu dann weiter unten mehr)
- einen kleinen Elko zum Puffern der Spannung
- 5 x 3 Flyduino Propeller
- Micro 4ch FPV-Team UHF Empfänger
- 2,4 GHz Videosender
- Step-Down Spannungswandler für das Sendemodul, auch von Amazon
- Micro Schlüssellochkamera mit 170° Weitwinkel von Amazon
- Keycam #16V2 mit B-Linse (gestrippt, um Gewicht zu sparen, aber dazu auch unten mehr)
- Kynar AWG#30 Kabel (leicht, stabil, dünn und super zu löten)
- Der Akku war mit 850 mAh zu klein dimensioniert. Ich hab so einfach keinen ordentlichen Schwerpunkt hinbekommen. Im Moment tendiere ich sogar zu 1200 bis 1500 mAh.
Der Aufbau des OpenLRS:
Gut, zum Einbau der Servos und des Motors muss ich ja nichts mehr sagen! Einfach wie in der Anleitung beschrieben vorgehen (alles andere wäre ja nur mit mehr Aufwand verbunden).
Den Empfänger habe ich zur besseren Entstörung ganz nach rechts in die Tragfläche verbannt (ganz wie früher mit den 35-MHz-Zeiten). Die Kabel habe ich direkt verlötet. Das spart Platz und ich muss diese Micro-Stecker nicht crimpen. Als Antenne habe ich einen 16 cm langen Monopol (Stück Draht) angelötet. Um den Monopol stehend zu halten, habe ich mit Harz ein Antennenröhrchen eingeklebt.
Auf der gegenüberliegenden Tragflächenseite befindet sich zum Gewichtsausgleich der Videosender mit Antenne.
Für die Antenne habe ich einfach eine 2,4-GHz-Router-Plastikantenne zerlegt, das Innenleben ist mit 0,98 g auch extrem leicht. Das Anlöten an den Sender war etwas tricky… Ich hab zur Crashsicherheit zwischen Schirmung und der Seele noch ein Stück Isolierung gepfriemelt.
Videosender des Longrange-Nuri:
Der Videosender lässt sich mit den DIP-Schaltern ganz leicht auf 8 Kanälen umschalten:
- Ch1 – 2414MHz
- Ch2 – 2432MHz
- Ch3 – 2450MHz
- Ch4 – 2468MHz
- CH5 – 2490mhz
- CH6 – 2510mhz
- CH7- 2390mhz
- CH8 – 2370mhz
Die Kamera habe ich ein bisschen hinter die Spitze gesetzt, damit sie bei einem Crash nicht sofort alles abbekommt (was sie wohl trotzdem wird… aber ich hoffe einfach mal, dass es so zumindest eine Weile lang hält). Direkt dahinter sitzt leicht schräg versetzt die Keycam zum Filmen in HD.
HK E-OSD:
Das Hobbyking E-OSD habe ich als Erstes von seinem Schrumpfschlauch und den Steckern befreit, schwups schon wiegt es nur noch 1,85 Gramm :-). Der nächste Schritt war, das OSD von seiner, naja sagen wir jetzt mal, extrem grottigen Firmware zu befreien. Dazu habe ich für meinen USBasp eine Steckleiste angelötet (hier im Wiki von CL-OSD seht ihr die Steckerbelegung) und anschließend mit dem CL-OSD Tool (Findet ihr hier unter Downloads inkl. jeder Menge Infos zu dem Ganzen im dortigen Wiki) die Firmware geflasht und die Spannungen eingestellt:
Als Nächstes noch kurz einen Filter für die RSSI-Spannung nach der Anleitung aus dem OpenLRS-Wiki gelötet.
Anschließend habe ich dann alles verkabelt und die Kabel in den Flächen eingelassen und die Kabelschlitze mit Harz versiegelt.
Gewicht des Bonsai Nuri
Zu guter Letzt wollen wir ja auch noch unsere Schandtaten, die wir mit dem Bonsai anstellen, auf SD-Karte in einer annehmbaren Auflösung dokumentieren. Dazu habe ich einfach eine Keycam #16 V2 von ihrem Plastikgehäuse befreit, die Linse mit einem Klecks Heißkleber fixiert und anschließend alles eingeschrumpft. Hierbei darf man anschließend nicht vergessen, die Taster (UND DEN RESET-TASTER!!) sowie USB- und SD-Buchse wieder freizuschneiden. Somit wiegt die Keycam nur noch **12 Gramm** inkl. Akku! Das ist für die Größe des Fliegers schon noch in Ordnung.
Wenn alles fertig verbaut ist, kommt man auf ein Gesamtgewicht von ca. 145 Gramm (auf dem Bild fehlen noch ein paar Schräubchen und die Abdeckung für den Empfänger sowie der Spannungswandler für den Videosender…). (Sorry für die schlechte Qualität der Aufnahme, hatte den Zoom auf manuell).













