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OpenLRS mit Graupner MX 12/16/20 oder HOTT per DSC

von Florian Eberl

Das habt Ihr schon probiert und es funktioniert nicht? Es funktioniert doch! Die Graupner MX Hott Fernsteuerungen geben auf dem DSC Ausgang ihr eigenes Summensignal aus. Somit ist es nur möglich den Sender als Lehrer-Schüler Kombi zu nutzen oder auf ein Graupner kompatibles Modul auszuweichen. Bisher gibt es dafür leider nur die Spektrum Module. Doch es gibt eine Lösung um sämtliche externen Module ala OpenLRS, FrSky, Jeti usw. ansprechen zu können.

Graupner HOTT per DSC

Graupner HOTT per DSC

Mit ein bisschen Anpassung ist es allerdings möglich das “passende” Summensignal aus der Fernsteuerung zu holen. Wie? Das zeige ich Euch hier für die MX-20:

Achtung: Ich weiss nicht ob es verschiedene Revisionen der MX-20 gibt. Somit heißt es für alle Nachbauer – testen testen testen. Der Summensignalpegel muss angehoben und invertiert werden damit das OpenLRS das tut was es soll. Da hier durch den Akku (bei mir Lipo) bei einem Baufehler im schlimmsten Falle sehr hohe Ströme fließen, sollte jeder wissen was er da tut!

Benötigte Bauteile:

Los gehts der HOTT Umbau:

Als erstes schrauben wir die Fernsteuerung auf. Wie das geht wird im Handbuch ab Seite 12 sehr gut erklärt. Wenn Ihr die Fernsteuerung offen habt, klappt die Rückseite vorsichtig um und ihr seht das Innenleben. Das kennt Ihr bestimmt eh schon von der Knüppelbremseinstellung.

Durch den direkten Einbau einer neuen Buchse ist dieses schreckliche Monoklinkenkabel endlich verschwunden und man kann das UHF bündig auf die Rückseite kleben. Dank der neuen Firmwareversion der MX-20, können wir das ganze auch schön per Modellspeicher ansteuern und müssen keine Lehrer-Schüler-Situation wie bei der MX-12/16 vortäuschen.

Dann suchen wir uns eine geeignete Stelle auf der Rückseite vom Gehäuse, wo wir das 8mm Loch bohren können. Achtet bitte darauf, dass mit der Buchse kein Kurzschluss verursacht wird beim zusammenbauen. Die von mir gewählte Stelle ist eigentlich perfekt für so etwas geeignet.

MX 20 von aussen:

Graupner MX 20 von aussen

Graupner MX 20 von aussen

Von innen:

MX 20 von innen

MX 20 von innen

Anschließend richtet Ihr die Einbaubuchse passend dem Kabel aus. Die Ausrichtung wird übertragen auf die das Kabel. Achtet bitte auf den Biegeradius vom Kabel!

Da ich die Kontermutter vergessen hatte mit zu bestellen, hab ich die Buchse eingeklebt mit Epoxidharz. Vorher natürlich mit einem kleinen Tropfen Sekundenkleber fixiert. Wer die Buchse lieber einkleben möchte, sollte sich vorher allerdings die Ausrichtung ansehen und die Buchse evtl. mit Sekundenkleber fixieren.

Beim Kabel würde das 3-Polige reichen. Das 4-Polige ist allerdings etwas günstiger und wer weiß, wofür man vielleicht noch die 4. Ader benötigt 😉

Vorbereitung ist alles:

Legt Euch die Funke so auf den Tisch, damit Ihr ordentlich an die Hauptplatine kommt.

MX20 von innen

Nun fangt Ihr an die Kabel der neuen Buchse am Mainboard der MX-20 zu verlöten. Akku weiterhin abgesteckt lassen!

Das schwarze Kabel kommt an Masse/GND. Die GND Leitung erkennt man ganz gut, weil es ein recht dickes schwarzes Kabel ist:

GND

GND

Das braune Kabel kommt an ON-PWSW. Dieses Feld findet Ihr wenn ihr das größere Stück Klebeband ein kleines bisschen von der Hauptplatine löst. Vorsicht: ganz links anlöten!

4V IN ON Power

4V IN ON Power

Das blaue Kabel kommt an PPM, das PPM Lötpad befindet sich nicht auf der Hauptlatine sondern in der Halbschale die abgenommen wurde.

PPM OUT Graupner

PPM OUT Graupner

Wenn Ihr soweit seid, erkläre ich Euch kurz den Ablauf, wie wir vorgegangen sind um das Signal so anzupassen dass wir es verwenden können.

Starten wir mit dem Technik Teil.

Wir versuchen jetzt mit dem Oszilloskop das Graupner-eigene Summensignal an brauchbares Signal anzupassen. Graupner bzw. deren Hersteller JR hat den Gleichspannungsanteil des DSC/PPM Signal über einen Kondensator entkoppelt. So…nun bekommen wir ein Signal das um den Nullpunkt nahezu symmetrisch ausschlägt. Also müssen wir den Spannungspegel des Ausgangssignals anheben.

Oszilloskop

Dazu werden ein paar Bauteile und Geräte benötigt. Das wichtigste ist ein Oszilloskop und ein Steckbrett. Optimal ist ein 2 Kanal Oszi , denn somit kann man sich schön Eingangs- und Ausgangssignal gleichzeitig darstellen lassen. Zuerst legen wir uns PPM,Akkuspannung und GND der Funke aufs Steckbrett. Nun machen wir die Funke an und unter “Grundeinst. Modell” gehen wir zu “Modul” und stellen dieses auf EXT. Jetzt sollte ein PPM Signal am Ausgang der Funke messbar sein. Dieses PPM Signal heben wir über einen Spannungsteiler etwas an, sodass wir es später dazu nutzen können einen Transistor damit zu schalten.

Steckbrett

Steckbrett

Warum denn einen Transistor? Weil das Ausgangssignal nicht sonderlich belastbar ist durch die Entkopplung mit dem Kondensator. Um wirklich auf der sicheren Seite zu sein verstärken wir unser Signal deswegen mit einem Transistor. Nun wird aber dadurch unser Signal invertiert. Das ist dank der neuen Graupner Firmware schnell änderbar 🙂 .

Einfach unter “Grundeinst. Modell” gehen und dann als Einstellung für das EXT. PPM sig. “inverse” einstellen.

Graupner Einstellung EXT.PPM signal inverse

Graupner Einstellung EXT.PPM signal inverse

Wenn das getan ist, sollte das Signal am Ausgang des Transistor so aussehen. Unten ist das Eingangssignal, das angehoben wurde und oben ist unser Ausgangssignal.

Ausgangssignal sichtbar am Oszilloskop

Ausgangssignal sichtbar am Oszilloskop

Jetzt kann man das ganze mit einem Sender und einem seperaten Empfänger testen. Bei uns war das ein Empfänger mit Servo.

OpenLRS an Graupner, Servotest

OpenLRS an Graupner, Servotest

TECHNIK TEIL ENDE

Dies hier ist die Schaltung die wir entwickelt haben. Eigentlich ein ganz simples Konstrukt 🙂 . Der Stepup wird benutzt um die Akkuspannung für das UHF anzuheben. Die Schaltung mit dem Transistor wurde schon vorher erklärt.

Diese Schaltung müsst ihr euch auf Lochraster zusammenlöten.

Schaltplan

Schaltplan

Fertige Lochrasterplatine

Fertige Lochrasterplatine

OpenLRS in Gehäuse einbauen

Wenn ihr das nun habt, müßt ihr eure Gummileitung von der Funke richtig ablängen (je nach Wunsch) und dann abisolieren. Nun könnt ihr die 3 Adern an der Schaltung anlöten. Am Ausgang der Schaltung könnt ihr Litzen anlöten die ihr dann an euer UHf anlötet.

Fertig

Und hier seht ihr unseren Prototypen im offenen Zustand. die ganzen Litzen und die Platine kommen ins innere Des Gehäuses sodass nurnoch das schwarze Kabel rausschaut.

OpenLRS an Graupner

OpenLRS an Graupner

Dingprint druckt mir gerade noch das passende Gehäuse für die MX-20 und dann wird erstmal das Kabel verlegt und los gehts 🙂

Gehäuse OpenLRS

Gehäuse OpenLRS

Dieser PPM Mod geht übrigens auch für die MX-12/MX-16. Es kann auch Frsky o.ä. statt dem Openlrs angeschlossen werden. Alles ist möglich. Ihr habt ja jetzt ein “sortenreines” PPM Signal.

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9 Kommentare

Peter Andersson 12.02.2018 - 22:19

Super Artikel, ich habe sofort mein Oszi aus der Ecke geholt! =)
Ich hätte eine Grundsatzfrage zu OpenLRS, vielleicht kannst du (Florian?) mir eine kleine Hilfestellung zum Thema geben. Würde mich freuen eine Antwort von dir in meinem Postfach zu finden.

Viele Grüße und weiter so! =))

Reply
Christoph Bimmer 16.02.2018 - 10:51

Hi Peter,

ich denke Flo hat Dir eine E-Mail geschickt! Gruß Christoph

Reply
Robert 22.03.2018 - 19:35

OpenLRS bin ich auch fit um was für Fragen geht es denn?

Reply
Sergej 27.01.2019 - 1:00

Guten Tag.Ich habe Mx12 hott mit defekten q1 Transistor.Kanst du mir eventuell Tüp von dieser Transistor schreiben?Danke voraus.

Reply
Christoph Bimmer 31.01.2019 - 14:08

Hallo, kann leider nicht helfen. Habe keine MX von Graupner mehr.

Reply
Falkens 17.05.2019 - 0:46

auf Q1 steht VL
wobei zwischen V und L unterhalb ein punkt steht. nach dem L steht noch eine 3 die aber um 90° nach links gedreht ist.
es müsste sich um einen pnp transistor handeln (diodendurchgang von von E/C + nach B -)
lg. & viel glück

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Christoph Bimmer 17.05.2019 - 10:19

Danke 🙂

Reply
Falkens 19.05.2019 - 10:53

… darf ich noch fragen was das für ein teil ist welches sich da in dem isolierband eingewickelt im gehäusedeckel befindet? Lautsprecher ? – signal vom beeper der frontseite? Danke noch für all die spannende Info auf dieser Site. Lg.

Reply
Christoph Bimmer 20.05.2019 - 10:35

Das ist ein kleiner Verstärker für einen Lautsprecher welchen ich eingebaut hatte. Zur Sprachausgabe… 😁

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